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Arbeits- und Berufsunfähigkeit - Gesetzliche Grundlagen

Egal ob durch einen Unfall oder durch eine Krankheit, fast jeder Arbeitnehmer ist einmal von einer längeren Arbeitsunfähigkeit betroffen. Damit man dabei nicht von finanziellen Sorgen geplagt wird, sondern sich ganz auf die eigene Genesung konzentrieren kann, zahlt der Arbeitgeber den Lohn für die Dauer von sechs Wochen weiter. Dies gilt allerdings nur, wenn das Arbeitsverhältnis bereits länger als vier Wochen besteht.
 

Hält die Arbeitsunfähigkeit länger als sechs Wochen an, zahlt die gesetzliche Krankenversicherung ein Krankengeld. Es beträgt 70 Prozent des letzten vollen Bruttolohns, höchstens aber 90 Prozent des letzten vollen Nettolohns. Zudem wird es nur die gleiche Erkrankung innerhalb eines Höchstrahmens von 3 Jahren gezahlt.

Wenn aus einer Arbeits- eine Berufsunfähigkeit wird

Was aber, wenn die Arbeitsunfähigkeit sich fortsetzt, bzw. der Arbeitnehmer berufsunfähig wird? In diesem Fall steht es mit der finanziellen Versorgung schlecht, denn in diesem Fall wird nur eine Erwerbsminderungsrente gezahlt. Diese beträgt gerade einmal 30 Prozent des letzten Bruttolohns und auch nur dann, wenn Sie nicht mehr mindestens drei Stunden täglich arbeiten können - egal in welchem Beruf.

Verdienen Sie beispielsweise 3000 Euro brutto monatlich und werden durch eine Erkrankung berufsunfähig, haben Sie nur Anspruch auf eine Erwerbminderungsrente. Sind Sie zudem noch in der Lage drei bis sechs Stunden in einem beliebigen anderen Beruf zu arbeiten, wird diese halbiert. Dies bedeutet, dass Sie gerade einmal 450 Euro monatlich von staatlicher Seite erhalten. Dies reicht in den wenigsten Fällen aus, um den tatsächlichen finanziellen Bedarf zu decken, denn selbst wenn der Partner ebenfalls berufstätig ist und ein Einkommen hat, so bedeutet die Berufsunfähigkeit doch einen erheblichen finanziellen Ausfall.

Weitere Informationen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Schutz vor Berufsunfähigkeit

Eine Berufs- bzw. Arbeitsunfähigkeitsversicherung ist daher für jeden Arbeitnehmer sinnvoll. Sie zahlt, wenn Sie berufsunfähig werden, eine vorher festgelegte Berufsunfähigkeitsrente. Wie hoch diese Rente sein soll, können Sie selbst bestimmen, je nachdem wie hoch Ihr finanzieller Bedarf im Fall einer Berufsunfähigkeit sein wird. Danach richtet sich auch die Höhe der Versicherungsbeiträge. Hinzu kommen Ihr Alter bei Versicherungsabschluss, eventuelle Vorerkrankungen, Ihr Geschlecht, aber auch der Beruf, den Sie ausüben. Denn einige Berufsgruppen sind stärker von Berufsunfähigkeit betroffen als andere. Diese sogenannten Risikoberufe müssen im Allgemeinen höhere Beiträge bezahlen. Für sie lohnt es sich ganz besonders, eine Berufsunfähigkeitsversicherung so früh wie möglich abzuschließen, da ein junges Einstiegsalter niedrigere Beiträge bedeutet.

Um einen günstigen und leistungsstarken Tarif zu finden, empfiehlt sich ein Versicherungsvergleich. Sie sollten aber auch darauf achten, dass der gewählte Tarif eine sogenannte "abstrakte Verweisung" ausschließt. Ansonsten kann der Versicherer die Zahlungen verweigern, wenn es Ihnen noch möglich ist, in einem anderen als Ihren sonst ausgeübten Beruf zu arbeiten.