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Arbeitszeitkonto für Arbeitnehmer

Alle Arbeitnehmer haben im Rahmen des Gesetzes zur Flexibilisierung der Arbeitszeit das Recht, erbrachte Arbeitsleistung auf ein Zeitkonto gutzuschreiben. Zurzeit gibt es in über 70 Brachen tarifvertragliche Regelungen zu Arbeitszeitkonten.
 

Wie funktioniert ein Arbeitszeitkonto?

Besonders geeignet für
  • Branchen mit hohen Belastungen für den einzelnen Arbeitnehmer (Möglichkeit zur bezahlten Freistellung)
  • Prokuristen, Vorstände, Geschäftsführer
  • Unternehmen mit hohen Überstundenzahlen
  • Betriebe mit saisonal bedingten Ausfallzeiten (z.B. Bau, Gaststätten, Hotel)
  • Führungskräfte
  • n der Praxis gibt es Unternehmen mit unterschiedlichen Zeitkontenmodellen. Zeitkontenmodelle sind betriebliche Mitarbeiter-Arbeitszeitkonten, die grundsätzlich dazu dienen, die tatsächliche Arbeitszeit von Mitarbeitern von der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit festzuhalten. Grundsätzlich wird zwischen Langzeit- oder Jahreszeitkonten und Kurzzeitarbeitszeitkonten unterschieden. Dafür können die Konten sowohl in „Zeit“, als auch in „Geld“ geführt werden. Konten, die in Zeit geführt werden, nennt man Zeitkonten. Konten, die in Geld geführt werden, werden Zeitwertkonten genannt. Überstunden lassen sich dabei ebenso erfassen wie z.B. nicht genommener Urlaub.

    Ihr Arbeitgeber vereinbart mit Ihren, z.B. für die von Ihren zu erbringende Mehrarbeit, das Gehalt nicht auszuzahlen, sondern auf einem Arbeitszeitkonto gut zu schreiben und erst zu einem späteren Zeitpunkt auszuzahlen – in Form von Geld oder Freizeit.

    So haben Sie die Möglichkeit, das angesparte Guthaben relativ problemlos für einen gleitenden Übergang in den Ruhestand, für eine längere Auszeit, für die persönliche Weiterbildung, für Freizeit etc. zu benutzen.

    Arbeitszeitkonten bieten allen Beteiligten steuerliche Vorteile, weil die Leistung erst dann versteuert wird, wenn sie tatsächlich in Anspruch genommen wird. Erst dann unterliegt sie dem Lohnsteuerabzug. Versterben Sie, dann kann der Wert Ihres Arbeitszeitkontos vererbt werden. Im Gegensatz zu den Durchführungswegen der betrieblichen Altersversorgung müssen auch nach 2008 keine Sozialversicherungsbeiträge in der Ansparphase gezahlt werden.

    Seit dem Jahr 2000 haben Sie ferner die Möglichkeit, das Guthaben Ihres Arbeitszeitkontos auch in eine Betriebsrente umzuwandeln. Entscheiden Sie sich für eine betriebliche Altersversorgung, dann ist eine steuerneutrale und beitragsfreie Verwendung des Guthabens möglich, wenn Sie wegen Erwerbsminderung oder Erreichens der Altersgrenze aus dem Unternehmen ausscheiden.

    Des Weiteren können Sie Einzahlungen durch Gehaltsverzicht leisten und den Gegenwert - im Gegensatz zu den Durchführungswegen der betrieblichen Altersversorgung - schon vor dem 60. Lebensjahr in Anspruch nehmen. Auch zusätzliche Arbeitgeberleistungen, wie z.B. Sonderzahlungen, Prämien u.s.w. können Ihr Zeitwertguthaben vergrößern.

    Sind Arbeitszeitkonten gegen eine Insolvenz des Arbeitgebers geschützt?

    Bei der Führung von Arbeitszeitkonten werden oft sehr umfangreiche Guthaben angespart, die im Fall einer Insolvenz des Unternehmens verloren gehen können. Deshalb hat Ihr Arbeitgeber die gesetzliche Verpflichtung Arbeitszeitkonten gegen eine möglich Insolvenz abzusichern, wenn

    • das Arbeitszeitkonto länger als 27 Monate besteht und
    • der Gegenwert das dreifache der monatlichen Bezugsgröße in der Sozialversicherung übersteigt.

    Obwohl für Unternehmen die gesetzliche Verpflichtung einer Insolvenzsicherung in den meisten Fällen besteht, (Altersteilzeitgesetz, auch „Flexi-Gesetz" genannt, SGB IV § 7d), wenden immer noch nicht alle Unternehmen Modelle zur Insolvenzsicherung an, weil Sie glauben nicht insolvenzgefährdet zu sein, ein Informationsdefizit besitzen oder glauben, die Einführung wäre zu teuer. Ein Trugschluss!

    Am Markt finden zurzeit drei grundsätzlich unterschiedliche Modelle zur Insolvenzsicherung Anwendung:

    1) Abschluss einer Kautionsversicherung bei einer Versicherungsgesellschaft,
    2) Bankbürgschaften bei einem Kreditinstitut und
    3) Anlagemodelle, z.B. risikoarme Fondsanlagen mit Einräumung eines Pfandrechtes.

    Welches Absicherungsmodell für ein spezifisches Unternehmen die beste Lösung ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Neben unterschiedlichen betrieblichen Präferenzen und der Unternehmensgröße spielen Aufwand und Kosten bei der Einführung von Absicherungsmodellen eine gewichtige Rolle. Eine individuelle und kostenlose Beratung von verschiedenen Anbietern ist für jedes Unternehmen mit Arbeitszeitkonten daher unabdingbar.

    Vorteile für den Arbeitnehmer

    Flexible Verwendung der Lebensarbeitszeit
    Steuerfreies Ansparen
    Mitnahme des Zeitguthabens bei Arbeitgeberwechsel
    Möglichkeit der Umwandlung in eine betrieblicher Altersversorgung
    Inanspruchnahme des Wertguthabens auch schon vor dem 60. Lebensjahr
    Keinen finanziellen Verlust bei vorzeitigem Ruhestand
    Beliebige Vererbbarkeit des angesparten Kapitals

    Keine Überstundenzuschläge
    Ausgleich eines negativen Arbeitzeitkontos
    Nicht immer gegen Insolvenz geschützt
    Unregelmäßiger Arbeit-Freizeit-Rhythmus