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Direktversicherung aus Arbeitgebersicht

Die Direktversicherung ist eine weit verbreitete Form der betrieblichen Altersversorgung, die sich vor allem für mittlere und kleine Unternehmen als allgemeine Versorgungsform eignet oder als Ergänzung zu den anderen Durchführungswegen. Im Rahmen der Direktversicherung zahlt der Arbeitgeber in ein Versicherungsunternehmen Beiträge für eine Kapital- oder Rentenversicherung des Arbeitnehmers ein. Weitere Informationen zur Direktversicherung finden Sie hier:
 

Direktversicherung-Arbeitgeber: Die Funktion der Direktversicherung

Besonders geeignet für
  • Sofortige biometrische Risiken, z.B. Berufsunfähigkeit und Todesfall
  • Erstversorgung von jungen geschäftsführenden Gesellschaftern
  • Bei der Direktversicherung schließen Sie bei einem Versicherungsunternehmen auf das Leben Ihres Arbeitnehmers eine Kapital- oder Rentenversicherung mit einer Mindestlaufzeit von fünf Jahren ab (vgl. Abschnitt 129, Abs. 3a Satz 5 LStR), bei welcher Ihr Arbeitnehmer oder seine Hinterbliebenen bezugsberechtigt sind. Versicherungsnehmer und Beitragszahler sind Sie. Ein Abschluss der Versicherung auf den Erlebensfall Ihres Arbeitnehmers vor dem 60. Lebensjahr ist untersagt sowie eine vorzeitige Kündigung. Damit will der Gesetzgeber sicherstellen, dass das Geld auch wirklich für eine zusätzliche Altersversorgung genutzt wird.

    Die von Ihnen gezahlten Beiträge können Sie als Betriebsausgaben wieder absetzen. Versicherbar sind die Risiken Invalidität und Tod sowie Berufsunfähigkeit. Gewähren Sie Ihrem Arbeitnehmer ein unwiderrufliches Bezugsrecht auf die Versicherungsleistung, müssen Sie keine Beiträge an den Pensions-Sicherungs-Verein zahlen, weil Sie dann auf privatrechtlicher Ebene einen Insolvenzschutz geschaffen haben. Erteilen Sie Ihrem Arbeitnehmer ein widerrufliches Bezugsrecht, dürfen Sie bei Bedarf widerrufen und das angesparte Kapital selber nutzen. Ferner besteht die Möglichkeit einer Abtretung oder Beleihung. Ist das Versorgungsversprechen jedoch gemäß § 1 Abs. 1 BetrAVG gesetzlich unverfallbar geworden, ist ein Widerruf verboten.

    Möchten Sie Ihrem Arbeitnehmer zusätzlich zu dessen Lohn keine Direktversicherung zahlen, dann kann Ihr Arbeitnehmer Beiträge für die Direktversicherung durch Umwandlung von Teilen seines Lohnes selbst einzahlen und zur Ergänzung der gesetzlichen Rentenversicherung ein betriebliches Altersvermögen aufbauen. Das Recht auf Entgeltumwandlung hat jeder Arbeitnehmer seit dem 01.01.2002.

    Das Alterseinkünftegesetz vom 06.07.2004 regelt die Besteuerung der Renten ab dem 01.01.2005 neu. Somit ist die unterschiedliche steuerrechtliche Behandlung der einzelnen Durchführungswege abgeschafft worden. Es erfolgt der Übergang zur einer nachgelagerten Besteuerung aller Alterseinkünfte. Das bedeutet, dass Einzahlungen in der Ansparphase steuerlich freigestellt und die späteren Rentenzahlungen mit Steuern belastet werden.
    Das hat auch wesentliche Auswirkungen auf die Direktversicherung. Diese sind u.a.:

    • Abschaffung der Pauschalbesteuerung
    • Steuerfreiheit der Direktversicherung nach § 3 Nr. 63 EStG

    Abschaffung der Pauschalbesteuerung
    Für Direktversicherungen, die nach dem 01.01.2005 abgeschlossen werden, hat der Gesetzgeber die Möglichkeit der geringen 20%-Pauschalversteuerung in der Ansparphase abgeschafft. Der große Vorteil lag darin, dass die Kapitalauszahlung dann im Rentenalter steuerfrei war.

    Für Direktversicherungen, die noch im Jahr 2004 abgeschlossen wurden, kann die Pauschalbesteuerung weiter bestehen bleiben, wenn Ihr Arbeitnehmer spätestens bis zum 30. Juni 2005 schriftlich auf die Steuerfreiheit gemäß § 3 Nr. 63 EStG verzichtet. Pauschalbesteuerte Beiträge zu Direktversicherungen, die Sie als Arbeitgeber zusätzlich zum Lohn zahlen, sind sozialabgabenfrei.

    Steuerfreiheit der Direktversicherung nach § 3 Nr. 63 EStG
    Seit dem 01.01.2005 besteht die Möglichkeit der Steuerfreiheit der Versicherungsbeiträge nach § 3 Nr. 63 EStG bis zu 4% der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung. Das sind im Jahr 2005 € 2.496 p.a., im Monat € 208. Als Ausgleich für den Wegfall der Pauschalbesteuerung wird ein zusätzlicher Betrag in Höhe von 1.800 € p.a. gewährt, der zwar steuerfrei aber nicht sozialabgabenfrei ist.

    Direktversicherung - Arbeitgeber: Vorteile für das Unternehmen

    • Geringer Verwaltungsaufwand
    • Keine Bilanzberührung
    • Aufwendungen sind als Betriebsausgaben abzugsfähig
    • In der Regel keine Insolvenzsicherungspflicht
    • Gruppenverträge bringen gegenüber Einzelversicherungen ermäßigte Beiträge und vereinfachte Aufnahmeverfahren

    Direktversicherung - Arbeitgeber: Nachteile für das Unternehmen

    • Keine freie Gestaltung der Versorgungszusage wie z.B. bei der Pensionszusage
    • Beitragsbegrenzung
    • Vielzahl von Restriktionen