Deutschland Versicherung

Direktversicherung aus Arbeitnehmersicht

Die Direktversicherung ist eine weit verbreitete Form der betrieblichen Altersversorgung, die jeder Arbeitnehmer nutzen sollte. Gewährt der Arbeitgeber keine Direktversicherung zusätzlich zum Lohn des Arbeitnehmers, kann dieser durch Umwandlung von Teilen seines Gehaltes unversteuert in die Direktversicherung einzahlen und ein beachtliches Altersvermögen aufbauen.
 

Direktversicherung - Arbeitnehmer: Die Funktion der Direktversicherung

Bei der Direktversicherung schließt Ihr Arbeitgeber auf Ihr Leben eine Kapital- oder Rentenversicherung mit einer Mindestlaufzeit von fünf Jahren ab (vgl. Abschnitt 129, Abs. 3a Satz 5 LStR), bei welcher Sie oder Ihre Hinterbliebenen bezugsberechtigt sind. Ein Abschluss der Versicherung auf den Erlebensfall vor dem 60. Lebensjahr ist untersagt sowie eine vorzeitige Kündigung. Damit will der Gesetzgeber sicherstellen, dass Sie das Geld auch wirklich für Zwecke einer zusätzlichen Altersversorgung nutzen.

Versicherbar sind die Risiken Alter, Tod sowie Berufsunfähigkeit. Eine Auszahlung als lebenslange Rente oder in Form einer Teilkapitalzahlung ist möglich. In der Regel wird Ihnen Ihr Arbeitgeber ein unwiderrufliches Bezugsrecht auf die Versicherungsleistung einräumen, weil er dann keine Beiträge an den Pensions-Sicherungs-Verein für den Fall einer möglichen Insolvenz zahlen muss. Durch ein unwiderrufliches Bezugsrecht haben Sie ein Recht darauf, dass Sie auch bei einer Insolvenz Ihres Arbeitgebers die versprochenen Versorgungsleistungen erhalten.

Zahlen Sie als Arbeitnehmer selbst Beiträge für die Direktversicherung durch Umwandlung von Teilen Ihres Lohnes ein und bauen sich somit selbst ein betriebliches Altersvermögen auf, dann erhalten Sie immer sofort ein unwiderrufliches Bezugsrecht auf die Versorgungsleistung. Das Recht auf Entgeltumwandlung steht jedem Arbeitnehmer seit dem 01.01.2002 zu.

Das Alterseinkünftegesetz vom 06.07.2004 regelt die Besteuerung der Renten ab dem 01.01.2005 neu. Somit ist die unterschiedliche steuerrechtliche Behandlung der einzelnen Durchführungswege abgeschafft worden. Es erfolgt der Übergang zur einer nachgelagerten Besteuerung aller Alterseinkünfte. Das bedeutet, dass Einzahlungen in der Ansparphase steuerlich freigestellt und die späteren Rentenzahlungen mit Steuern belastet werden.

Das hat auch wesentliche Auswirkungen auf die Direktversicherung. Diese sind u.a.:

  • Abschaffung der Pauschalbesteuerung
  • Steuerfreiheit der Direktversicherung nach § 3 Nr. 63 EStG

Abschaffung der Pauschalbesteuerung
Für Direktversicherungen, die nach dem 01.01.2005 abgeschlossen werden, hat der Gesetzgeber die Möglichkeit der Pauschalversteuerung abgeschafft. Beiträge in eine Direktversicherung können Sie somit nicht mehr bis zu einer Höhe von € 1.752 im Jahr mit 20% pauschal versteuern. Der große Vorteil lag darin, dass Ihre Kapitalauszahlung im Rentenalter steuerfrei war.

Haben Sie eine Direktversicherung noch im Jahr 2004 abgeschlossen, können Sie die Pauschalbesteuerung beibehalten, wenn Sie bei Ihrem Arbeitgeber spätestens bis zum 30. Juni 2005 schriftlich auf die Steuerfreiheit gemäß § 3 Nr. 63 EStG verzichten. Ihre pauschalbesteuerten Beiträge im Rahmen einer Gehaltsumwandlung sind nur dann sozialversicherungsfrei, wenn sich Ihre Gehaltsumwandlung auf einmalige Zahlungen, wie z.B. Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld etc. beschränkt. Dagegen sind regelmäßige Monatsbeiträge grundsätzlich versicherungspflichtig. Pauschalbesteuerte Beiträge zu Direktversicherungen, die Ihnen Ihr Arbeitgeber zusätzlich zum Lohn zahlt, sind sozialabgabenfrei.

Steuerfreiheit der Direktversicherung nach § 3 Nr. 63 EStG Seit dem 01.01.2005 besteht die Möglichkeit der Steuerfreiheit der Versicherungsbeiträge nach § 3 Nr. 63 EStG bis zu 4% der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung. Das sind im Jahr 2005 € 2.496 p.a., im Monat € 208. Als Ausgleich für den Wegfall der Pauschalbesteuerung wird in der Ansparphase ein zusätzlicher Betrag in Höhe von € 1.800 p.a. gewährt, der zwar steuerfrei aber nicht sozialabgabenfrei ist. Im Alter ist die Auszahlung dann zu versteuern. Steuerfreiheit in der Ansparphase bedeutet, dass Sie im Rentenalter Ihr Altersvermögen versteuern müssen.

Bei einem möglichen Arbeitsplatzwechsel ist es i.d.R. möglich, dass Ihr neuer Arbeitgeber den Vertrag weiterzahlt, Sie den Vertrag privat weiterführen oder die Versicherung beitragsfrei stellen lassen.

Vorteile für den Arbeitnehmer

Günstige Pauschalbesteuerung bei Verträgen vor dem 31.12.2004 Möglichkeit der Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 63 EStG für Verträge ab dem 01.01.2005 Entgeltumwandlung möglich Möglichkeit einer staatlichen Zulagenförderung Mitnahme zum neuen Arbeitgeber und private Weiterführung möglich

Nachteile für den Arbeitnehmer

Keine Auszahlung vor dem 60. Lebensjahr Keine Beleihung wie bei Lebensversicherung möglich